Zwischen Palmen und Tragödien

Donnerstag, 12.10.2017

Hallo Leute!

Auch mein erstes Wochende hab ich gut überstanden :)

Nachdem am Samstag morgen um 8 Uhr meine Zimmergenossinen und ein paar andere abgereist sind, um Sri Lanka zu erkunden, bin ich von userem kleinen Zimmer in ein größeres gezogen, da Lea am Samstag wegflog und unser Zimmer verdammt klein war.

Aber bevor Lea abgeholt wurde sind Lydia und ich mit ihr nach Galle gefahren, um letzte Souveniers zu besorgen. Jedoch hatte es in strömen geregnet, weshalb wir uns in einem Museum vor der Nässe retteten. Dort wurden wir natürlich gebeten uns die Austellung anzuschauen. Und auch wenn wir erst skeptisch waren, hatte sich der Besuch wirklich gelohnt.

 

In dem Museum wurden gegenstände von früher dargestellt. Sie hatten von handgemalten Vasen bis hin zu Geldscheinen und Münzen aus aller Welt, wirklich alles !!! WIr haben sogar Deutsche Reichsmark gefunden :)  Aber auch die alten Brillen und Pfeifensammlungen oder die Gewürze und Tischdecken waren wirklich interessant.

Schade nur, dass man nicht alles Fotographieren durfte, daher nur die paar Bilder :)

Am Abend kamen dann die Neuen an. Es waren 5 Mädchen, die aber auch alle wirklich nett sind, auch wenn diese schon etwas älter ( 22 - 23) sind.  Aber 4 von denen machen auch das Turtle Programm und eine davon hat auch hier bei Auslandsblog.de einen Blog :) er heißt: Ich bin dann mal weg und ist unter http://turtles.auslandsblog.de/ zu finden :)

 

Am Sonntag ging es nach Hikkaduwa und Telwatta. Lydia und ich fuhren mit dem Bus ca. eine Stunde lang nach Telwatta und besichtigten dort die zwei Photo Museen des Tsunamis von 2004.

Die Bilder, die dort ausgehangen waren, gingen einem wirklich Nahe. Vorallem die Geschichten der Überlebenden waren sehr bewegend. Die Tragödie fand am 26.12.2004 statt und bestand aus 2 Wellen. Die erste "harmlose" Welle traf früher am morgen ein und war eher überraschend mit ihren 10 metern höhe als wirklich zerstörerisch. Nach der Welle zog sich jedoch das Wasser bis zu 2 km zurück am Strand, sodass viele Fischer und Neugierige das Spektakel beobachteten und die nun frei liegende Fläche bewunderten. Jedoch  kam überraschend schnell die zweite und viel höhere Tsunami Welle. Bevor die sich am Strand befindenen Menschen sich retten konnten, hatte die Welle sie auch schon erwischt. Keiner von denen hatte Überlebt. Die anderen Menschen rannten und flohen um ihr Leben, sie suchten Schutz auf Dächern und Bäumen, versuchten ihre Kinder zu retten und  hofften, dass sie das Unglück überleben würden. Das taten aber die Wenigsten. Viele Häuser wurden einfach weggerissen von den Wassermassen und unzählige Menschen verloren ihr Leben.

Vorallem nahe ging mir ein Zug. Dieser stand auf den Geisen und ca. 2000 Menschen suchten schutz in ihm. Bis auf ein 2 Jahre altes Mädchen hat keiner in dem Zug überlebt. Auch dieser wurde einfach mitgerissen.

Nach dem das Wasser etwas zurück gegangen war, wurden die Überlebenden und die großen Schäden sichtbar. Alle gefundenen Leichen wurden photografiert, damit die Überlebende ihre Angehörigen wieder finden konnten und gewissheit hatten, und danach erbrannt, um Krankheiten und Epidermien vorzbeugen.

Zurück blieben Massengräber und uzählihe Traumatisierungen. Vorallem bei den Kinder. Viele waren nun Waisen und realisierten erst später, was wirklich passiert war. Zum Glück kamen noch vor Neujahr Hilfsorganisationen, die die Verletzten versorgten und den Kindern eine Zukunft boten. Sie brachten den Opfern hoffnung. 

Aber auch noch heute werden immernoch Menschen vermisst und gesucht. Viele angehörige haben selbst 13 Jahre später nicht aufgehört daran zu glauben, dass ihre Verschollenen irgendwo da darußen am Leben sind und nur den weg zurück nicht finden. In der Umgebung sieht man aber auch heute noch starke Schäden. An jeder Straßenecke stehen Ruinen und zertümmerte Häuser von Menschen, die entweder gestorben oder geflohen und nie wieder zurückgekommen sind. Aber das alte Museum wurde auf der Ruine des damaligen Hauses der Gründerin des Museums gebaut.

Nach den bewegenden Einrücken haben wir uns dazu entschlossen den 3 - 4 km langen Weg nach Hikkaduwa zu laufen, da auf dem Weg das ca. 20 Meter hohe Denkmal an den Tsunami errichtet wurde. Und die große Buddha Statue gibt den Menschen heute immer noch Kraft zu glauben und zu hoffen und nicht aufzugeben.

Bevor wir zur Statue konnten hat uns ein älterer Mann in seine Hütte gewunken und hat uns erzählt, dass er auch ein Überlebender ist und ein paar Bilder hat. Naja, also der Mann kann natürlich viel Reden, wenn der Tag lang ist, aber er nahm dann erst Lydias Handgelenk (oben auf dem Bild) und schenkte ihr seinen Glauben und flüsterte Segenssprüche auf Singalesisch. Dabei band er um ihr Handgelenk ein weißes Bändchen, dass ihre Wünsche erfüllen soll, sobald es abgefallen ist. Naja ich bin gespannt, ob es funktiniert :D wink

Nach der Besichtgung der Statue sind wir die 3 km weiter nach Hikkaduwa gelaufen und das war wirklich anstrengend !!!! Es war mega heiß und niergenswo gab e Schatten. Dazu war der Weg sehr holprig und uneben, was für meine unkoordinierten Füße natürlich ein Traum war !sealed Aber am Hikkaduwa Beach angekommen, war die ganze Anstrengung es schon wert, denn der Strand ist wirklich traumhaft schön.

Wir sind natürlich sofort ins Wasser gesprungen und haben uns von den Wellen treiben lassen. Gegen Nachmittag haben wir uns in einem kleinen Beachlokal zurückgezogen und erstmal eine Kleinigkeit gegessen und getrunken. Für umgerechnet 2,80 € hab ich eine 0,33l Flasche Cola und 4 Käsesandwiches bekommen. Das sind Preise, die man auch in Deutschland einführen sollte cool

Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen neidisch machen sealedinnocent

Eure Saskia